{"id":577,"date":"2010-03-16T21:38:45","date_gmt":"2010-03-16T20:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thomaskeller.biz\/blog\/?p=577"},"modified":"2010-03-16T21:40:41","modified_gmt":"2010-03-16T20:40:41","slug":"bananenrepublik-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thomaskeller.biz\/blog\/2010\/03\/16\/bananenrepublik-deutschland\/","title":{"rendered":"Bananenrepublik Deutschland"},"content":{"rendered":"<p>Auf Spiegel online ist heute ein sehr <a href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/0,1518,683761,00.html\">lesenswerter Artikel<\/a> \u00fcber die Hintergr\u00fcnde des R\u00fcckzugs von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Peter_Sawicki\">Peter Sawicki<\/a> &#8211; einem international renommierten Mediziner &#8211; als Leiter des Instituts f\u00fcr Qualit\u00e4t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erschienen.<\/p>\n<p>Dieses Institut wurde mit seinen mittlerweile \u00fcber 100 Mitarbeitern erst 2004 von der rot-gr\u00fcnen Bundesregierung mit dem Ziel ins Leben gerufen, neue Entwicklungen der Pharmaindustrie auf Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit hin zu untersuchen und interessierten Gruppen wie Krankenkassen und \u00c4rzten Empfehlungen hinsichtlich dieser neuen Medikamente auszusprechen.<\/p>\n<p>Klar, dass diese Institution und vor allem der engagierte Leiter der Pharmalobby ein Dorn im Auge war und so wurden mit einigen Intrigen, auch und vor allem aus dem heutigen Gesundheitsministerium, kleinere Unachtsamkeiten des Herrn Sawicki als Fauxpas gr\u00f6\u00dften Ausma\u00dfes dargestellt, die in der Abl\u00f6sung des charismatischen Frontmannes nach nur vier Monaten Schwarz-Gelb m\u00fcnden sollten.<\/p>\n<blockquote><p>\nCDU-Mann Spahn poltert in [&#8220;Hart aber Fair&#8221;]: Wenn heute schon jemand wegen zwei Maultaschen fristlos gek\u00fcndigt werde, k\u00f6nne man die Verfehlungen Sawickis nicht einfach so abtun. Fast wortgleich meldet sich auch Gesundheitsminister R\u00f6sler: &#8220;Wenn einer Altenpflegerin wegen der Entwendung von Maultaschen fristlos gek\u00fcndigt wird, kann ein Institutsleiter nicht im Amt bleiben, der Rasenm\u00e4herbenzin dienstlich abrechnet.&#8221; Ob die beiden es richtig finden, dass jemandem wegen zwei Maultaschen gek\u00fcndigt wird, verraten sie nicht.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Endeffekt ging es bei Sawicki nicht um Maultaschen, sondern um die korrekte (private) Abrechnung von Spesen f\u00fcr seinen Dienstwagen. Im Laufe von drei Jahren waren laut seiner Rechnung etwa 1000 Euro angefallen, die er zu viel an Spesen erhalten und prompt dem Institut zur\u00fcckerstattet hat:<\/p>\n<blockquote><p>\nWeitere F\u00fchrungsleute des IQWiG sollen stichprobenartig \u00fcberpr\u00fcft werden. Unter Punkt VI ist geregelt: &#8220;Wir werden den Auftrag zu einem Nettohonorar von EUR 20. 000 durchf\u00fchren.&#8221; Plus Mehrwertsteuer. Plus Spesen. Mehrere Profis werden auf Sawicki angesetzt.<\/p>\n<p>Es kostet sehr viel Geld, die Reisespesen und Dienstwagen des IQWiG-Chefs zu \u00fcberpr\u00fcfen. Noch seltsamer: Laut Vergabeverordnung m\u00fcssen alle Auftr\u00e4ge ab 12 500 Euro ausgeschrieben werden. Warum der Sawicki-Auftrag ohne R\u00fccksprache vergeben wurde, will IQWiG-Vorstand Stackelberg nicht beantworten.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Ergebnis ist nun bekannt. Hier ging es nie um 1000 Euro falsch abgerechnete Spesen, hier ging es von Anfang an um viel, viel mehr&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Spiegel online ist heute ein sehr lesenswerter Artikel \u00fcber die Hintergr\u00fcnde des R\u00fcckzugs von Peter Sawicki &#8211; einem international renommierten Mediziner &#8211; als Leiter des Instituts f\u00fcr Qualit\u00e4t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erschienen. 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