Einführung die Versionsverwaltung mit monotone

Mathias Weidner hat eine deutschsprachige Einführung in die Versionverwaltung mit monotone veröffentlicht. Er behandelt darin die Grundlagen der verteilten Versionsverwaltung, die ersten Schritte mit monotone, sowie die täglich anfallende Arbeitspraxis mit einem Versionskontrollsystem. In späteren Kapiteln widmet sich Mathias auch erweiterten Themen, etwa wie monotone auf die individuellen Bedürfnisse des Nutzers angepasst werden kann und liefert weitere nützliche Hinweise für Ein- und Umsteiger von anderen Versionskontrollsystemen.

Das Buch ist CC BY-SA 3.0 lizensiert und kann als Paperback über lulu bezogen werden. Eine Vorversion in PDF-Format ist ebenfalls verfügbar; da der Autor die Quellen selbst in monotone verwaltet, sollten auch diese demnächst verfügbar sein.

Vielen Dank an Mathias für seine Bemühungen!

Taxbird nun in MacPorts verfügbar

Der ein oder andere kennt Stefan Siegls kleines Programm Taxbird eventuell schon: Es erleichtert Selbstständigen unter Linux die Abgabe von Umsatzsteuervoranmeldungen gegenüber dem örtlichen Finanzamt.

Mac-User blickten jedoch bislang weitesgehend in die Röhre, da der offizielle Elster-Client bis heute nur unter Windows verfügbar ist. Da die Komponenten von Taxbird (die mit Gtk geschriebene GUI und eine Bibliothek zum Datentransfer, die auf den passenden Namen “libgeier” hört), Standard-Bibliotheken und Tools benötigt, habe ich mich an einen Port gemacht und diesen heute fertiggestellt.

Wer das ausprobieren möchte, der möge einfach sudo port install taxbird ausführen. Beim ersten Start erkundigt sich Taxbird nach html2ps, welches optional zur Übersetzung des HTML-Reports in PostScript genutzt werden könnte. Ich habe hierfür bislang auf einen weiteren Port verzichtet, da html2ps weder über eine Standardinstallationsroutine verfügt und außerdem etliche weitere Abhängigkeiten mit sich bringen würde. Die HTML-Reports sollten daher vor dem Versand einfach abgespeichert werden.

Feedback ist willkommen!

Nazi-Überfall auf Wohnprojekt in Dresden

Ich bin eigentlich gegen jede Form von Gewalt, egal ob sie von links oder rechts kommt. Nach diesen schockierenden Bildern vom letzten Wochenende aber rücke ich von meiner Position ab.

Unbelehrbaren Menschen muss Einhalt geboten werden – einer Horde von etwa 200 wildgewordenen Nazis, die 15 Minuten lang ein Wohnhaus in Dresden mit Steinen zu bewerfen, erst recht! Wie kann es sein, dass die Polizei – wenige Meter enfernt vom Ort des Geschehens positioniert – unfähig ist, Warnschüsse abzufeuern oder auf eine andere Art einzugreifen, um diesen Treiben ein Ende zu bereiten?

Wenn der Gesetzgeber und die Polizei weiterhin so unwillens sind, nationalsozialistisch gesinnte Gewalttäter wirksam zu bekämpfen, dann sehe ich die autonome Linke in Zukunft als die letzte Bastion vor den marodierenden Rechtsradikalismus in diesem Land. Dann haben sie mich als Unterstützer, denn dann bin ich ganz klar für Selbstjustiz.

Ich schäme mich

Der 58-jährige Slawik C. – ein Aserbaidschaner, der in seinem Heimatland zur verfolgten armenischen Minderheit gehört – stirbt in deutscher Abschiebehaft nach 11 Jahren “Duldung” durch deutsche Behörden und vorbildlicher Integration in sein Wohnumfeld.

Ich schäme mich – für das Land, in dem ich wohne und in dem ich ein Bürger bin, seit gestern noch mehr als zuvor.

(Quelle, HAZ-Artikel)

Dies ist für mich ein weiterer Grund, warum ich meine Zukunft auf Dauer nicht mehr in diesem Land sehe.

Land des Stillstands

Die Spatzen twittern, äh, pfeifen es von den Dächern, Wulff ist wohl durch. Finde ich sehr schön, wurde doch somit die letzte, kantige Personalie in Berlin (Köhler) durch einen weiteren CDU/CSU-getreuen Vasallen ersetzt. Was ich persönlich von Herrn Wulff erwarte? Nun, viel mehr als die jährliche Neujahrsansprache wohl sicherlich nicht…

[Update: Wulff fehlten doch noch 32 Stimmen, Gauck hatte 599. Wurde wohl doch falsch gezwitschert, wenn nun die Linke geschlossen für Gauck votieren würde…, ja, das wärs.]

Auf dem LinuxTag in Berlin

Ich bin am 12. Juni 2010 auf dem LinuxTag auf dem Berliner Messegelände, vielleicht läuft man sich ja über den Weg? Falls ich nicht schon durch meine Statur auffalle, sollte man einfach nach einem Typen mit einem weißen T-Shirt mit monotone-Logo Ausschau halten… 😉

Guerilla Gardening

Das kam gerade über den Critical Mass-Verteiler in Leipzig:

…. und plötzlich werden von irgendwo her mit Erde gefüllte Badewannen im Uni-Innenhof auftauchen und die herbeiströmenden Menschen können nach Lust und Laune einen Grashalm, eine Blume, einen Samen hineinsplanzen …

Wann? Do., 3. Juni, 11.00 Uhr
Wo? Innenhof des Campusneubaus
Mitbringen? Blumen, Pflanzen, Samen …

Wieso? Diese Aktionen – manche nennen es auch “Guerilla Gardening”, also eigenmächtiges Gärtnern im öffentlichen Raum – dient dazu den Innenhof der neuen Unicampus provisorisch zu begrünen, um erstens schon jetzt mehr Grün an die Uni zu bringen und zweitens die Uni-Leitung dazu aufzurufen, das vorliegende ausgearbeitete Begrünungskonzept umzusetzen.
v Desweiteren: spread the word! bitte weiterflüstern, weiterleiten, vorbeikommen …

[www.myspace.com/pflanzmob]

Es grüßt,
der PflanzMob

PS: Wer zu dem Zeitpunkt nicht kann, soll gerne zu einem späteren Zeitpunkt pflanzen.

Find ich persönlich eine sehr coole Idee… 🙂

Was ist falsch an diesem Bild?

Auf dem Bild (Quelle: AP) ist zu sehen, wie Abgeordnete des Deutschen Bundestages am heutigen Freitag zur Abstimmung über die 22,4 Mrd. Euro Kredit-Nothilfe für Griechenland schreiten. Ich möchte gar nicht über Sinn und Unsinn dieser Kredite sprechen, nein, ich wundere mich ganz konkret über die in diesem Bild aufgefangene Situation:

Der Deutsche Bundestag beschließt Milliarden-Nothilfen zu Zeiten klammer Kassen, zurückgehender Steuereinnahmen und einer noch nicht vollständig von der letzten Wirtschaftskrise erholten Nation – und die Abgeordneten schreiten lachend und feixend zur Abstimmung über eine noch größere Ausgabenlast…?

Da haben wohl einige die Bodenhaftung gänzlich verloren – nach dem Motto “Ist ja nicht mein Geld…”. Liebe (Noch-)Volksvertreter, wundert Euch nicht, wenn das Volk eines Tages doch mal gewaltig rein Tisch macht.

Bananenrepublik Deutschland

Auf Spiegel online ist heute ein sehr lesenswerter Artikel über die Hintergründe des Rückzugs von Peter Sawicki – einem international renommierten Mediziner – als Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erschienen.

Dieses Institut wurde mit seinen mittlerweile über 100 Mitarbeitern erst 2004 von der rot-grünen Bundesregierung mit dem Ziel ins Leben gerufen, neue Entwicklungen der Pharmaindustrie auf Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit hin zu untersuchen und interessierten Gruppen wie Krankenkassen und Ärzten Empfehlungen hinsichtlich dieser neuen Medikamente auszusprechen.

Klar, dass diese Institution und vor allem der engagierte Leiter der Pharmalobby ein Dorn im Auge war und so wurden mit einigen Intrigen, auch und vor allem aus dem heutigen Gesundheitsministerium, kleinere Unachtsamkeiten des Herrn Sawicki als Fauxpas größten Ausmaßes dargestellt, die in der Ablösung des charismatischen Frontmannes nach nur vier Monaten Schwarz-Gelb münden sollten.

CDU-Mann Spahn poltert in [“Hart aber Fair”]: Wenn heute schon jemand wegen zwei Maultaschen fristlos gekündigt werde, könne man die Verfehlungen Sawickis nicht einfach so abtun. Fast wortgleich meldet sich auch Gesundheitsminister Rösler: “Wenn einer Altenpflegerin wegen der Entwendung von Maultaschen fristlos gekündigt wird, kann ein Institutsleiter nicht im Amt bleiben, der Rasenmäherbenzin dienstlich abrechnet.” Ob die beiden es richtig finden, dass jemandem wegen zwei Maultaschen gekündigt wird, verraten sie nicht.

Im Endeffekt ging es bei Sawicki nicht um Maultaschen, sondern um die korrekte (private) Abrechnung von Spesen für seinen Dienstwagen. Im Laufe von drei Jahren waren laut seiner Rechnung etwa 1000 Euro angefallen, die er zu viel an Spesen erhalten und prompt dem Institut zurückerstattet hat:

Weitere Führungsleute des IQWiG sollen stichprobenartig überprüft werden. Unter Punkt VI ist geregelt: “Wir werden den Auftrag zu einem Nettohonorar von EUR 20. 000 durchführen.” Plus Mehrwertsteuer. Plus Spesen. Mehrere Profis werden auf Sawicki angesetzt.

Es kostet sehr viel Geld, die Reisespesen und Dienstwagen des IQWiG-Chefs zu überprüfen. Noch seltsamer: Laut Vergabeverordnung müssen alle Aufträge ab 12 500 Euro ausgeschrieben werden. Warum der Sawicki-Auftrag ohne Rücksprache vergeben wurde, will IQWiG-Vorstand Stackelberg nicht beantworten.

Das Ergebnis ist nun bekannt. Hier ging es nie um 1000 Euro falsch abgerechnete Spesen, hier ging es von Anfang an um viel, viel mehr…